Geschichte des Übersetzens
Übersetzer gibt es seit es die Schrift gibt, also seit etwas mehr als 5000 Jahren. Damals beherrschte nur ein Bruchteil der Bevölkerung das Schreiben und Lesen. Das Erlernen von Fremdsprachen war nur den reichen Schichten der Bevölkerung möglich. Eine Übersetzung aus einer anderen Sprache war deshalb eine Möglichkeit der Masse einen Zugang zu wichtigen Texten zu gewähren.
Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die erste große bekannte Übersetzung die Übertragung der jüdischen Bibel vom Hebräischen in das Griechische ist. Dieses Dokument kann auf das Jahr 247 vor Christus zurück datiert werden.
Die Bibel ist überhaupt das am häufigsten übersetzte Dokument. Hieronymus (331-420 n.Chr.) wurde vom damaligen Papst beauftragt, weitere Bibeltexte zu übersetzen. Diesmal vom Griechischen in das Lateinische. Dazu gehörte auch das Alte Testament. Diese lateinische Bibel, die “Vulgata”, war anschließend lange Zeit der Grundlagentext für die katholische Kirche.
Im 14. Jahrhundert waren Texte antiker Dichter und Schriftsteller die Hauptquelle für Übersetzer und der entstehende Buchdruck machte es möglich, diese Schriften weiter zu verbreiten als jemals zuvor. So erlangte auch die deutsche Übersetzung der Bibel, die Martin Luther angefertigt hatte, eine große Popularität.
In der Romantik boomte das Handwerk von Übersetzern erneut. Zum Beispiel wurden in dieser Zeit Shakespeares Werke ins Deutsche übertragen und einem breiten Publikum zugänglich gemacht.
Früher dienten Übersetzungen also vor allem dazu, Wissen und Kultur zwischen den Völkern zu übertragen. Heute können Forscher anhand alter Schriften und Übersetzungen nachvollziehen, wie sich ein Dokument verbreitet hat und wer Zugang zu ihm hatte.